Literarische Textualität

Literarische Textualität und ästhetische Medialität in Deutsch als Zweitsprache

Herausgeber: Michael Dobstadt 
Beitrag: "Keine Grenze"

Beitrag: "Keine Grenze! Wie ich mit kreativen Texten Deutsch lernte."

Über das Buch

Es gibt zahlreiche erprobte didaktische Ansätze, um die literarisch-ästhetische Dimension von Sprache und Medien auch und gerade in den Kontexten von Deutsch als Zweitsprache (DaZ) fruchtbar zu machen. Doch sowohl in den Einführungspublikationen und Standardwerken zu DaZ als auch im „Rahmencurriculum für Integrationskurse – Deutsch als Zweitsprache“, der offiziellen Leitlinie des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) für die Gestaltung der Integrationskurse, finden sich so gut wie keine Hinweise auf diese Dimension von Sprache und Kommunikation. Diese Marginalität des Literarisch-Ästhetischen in DaZ liegt – so die These – an den sprach-, gesellschafts- und integrationspolitischen Rahmenbedingungen des Deutsch-als-Zweitsprache-Unterrichts, die ihm ein instrumentelles, an Eindeutigkeit ausgerichtetes Sprach- sowie ein essentialistisches Kulturverständnis verordnen und damit den DaZ-Unterricht in seinen Möglichkeiten entscheidend beschränken. Demgegenüber kann die Auseinandersetzung mit literarischer Textualität und ästhetischer Medialität für Komplexität, Mehrdeutigkeit, Ambiguität und eine Sprache ‚in Bewegung‘ sensibilisieren.

Sie lädt zur Kreativität ein und öffnet neue Reflexionsräume; und kann auf diese Weise von Anfang an zu einer erweiterten sprachlichen Handlungsfähigkeit beitragen. Die Beiträge des Bandes zeigen in diesem Sinne Wege auf, wie die Beschäftigung mit Literatur und (weiteren) ästhetischen Medien Lernenden Zugänge zum „full meaning making potential of language“ (Claire Kramsch) eröffnen und sie dabei unterstützen kann, in der fremden Sprache eine eigene Stimme auszubilden. Dies wäre auch wichtig mit Blick auf die Gesellschaft, die auf das kreative und transformatorische Potenzial aller Menschen – auch und gerade der neu hinzugekommenen – dringlich angewiesen ist.

Details

Herausgeber: ‎ Universitätsverlag Göttingen
Erscheinungstermin: 1. März 2026 
Seitenzahl der Print-Ausgabe: ‎ 226 Seiten 
ISBN: ‎ 978-3863956677
 
 

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